Zwischenleben

Der Zirkuskünstler Aron Atilla aus England im Bauch des Schiffes "Phönixx" auf dem Rummelsburger See. Er ist Teil der "Circus Space Pirates", die das Boot im August 2020 gekauft haben. Vorher war es das Mutterschiff von "Neu-Lummerland", einer Anarcho Insel, die sich aufgelöst hat.


Flieger, Jimmy, Ko und Bülent in ihren Behausungen auf Teepeeland, einer Art Anarcho-Kleingarten an der Spree. 


Carsten Riechelmann im Dachgeschoss seiner "Wartenburg". Als Kollektiv haben sie das Haus im Gleisdreieck Lichtenberg/ Friedrichshain gekauft und ausgebaut. Der Bezirk will das Wohnen in dem Gebiet verbieten. 


Der obdachlose "Klecks" auf dem Camp an der Rummelsburger Bucht möchte nur mit Maske fotografiert werden. Bezirk und Senat wollen das Lager der obdachlosen Menschen nicht, die Touristenattraktion Coral World soll entstehen. 


Der verrückte Künstler Carl Brunmayr muss sein Atelier in Spandau aufgeben. Hier entsteht das Neubauprojekt "Waterkant Berlin". 


Max Czollek vor dem "theater im kino" in der Rigaer Straße. Hier hatte er seine erste Lesung. Seine Lyrikergruppe G13 hat sich in der Straße jahrelang getroffen. 


Ein inszenierter Kampf im Garten eines bedrohten Hausprojektes in Lichtenberg. Links: Frauke Petry. 


Die Künstlerin Finja Sander im Juli 2018 bei einer unangemeldeten Performance während des Rundgangs an der Universität der Künste. Das Sicherheitspersonal schob die junge Frau weg. "Kunst darf nicht um Erlaubnis fragen", sagt Sander später. 


Die "Villa Kuriosum" liegt an der Bezirksgrenze zwischen Lichtenberg und Friedrichhain-Kreuzberg. Kinay Olcaytu hat das "Okzidentalismus Institut" gegründet. "Toxo" hat einen Garten voller Giftpflanzen angelegt, die er zur Heilkunde verwendet. Benoit Ribot fährt mit seiner Kunstbude herum und verkauft seine Bilder. In der Villa sammeln sie Erinnerungen.


Hausschwein Jerry lebt im Afrikanischen Viertel in Wedding. 


Der Künstler Txus Parras aus der Schweiz hat früher im legendären Kunsthaus Tacheles mitgewirkt. Diese gibt es schon lange nicht mehr. In Januar 2019 hat er die "Kulturbotschaft" in der Herzbergstraße in Lichtenberg eröffnet. Keine zwei Wochen später untersagte der Bezirk Ausstellungen.


Der Rentner Herr Czech hat in seine Plattenbauwohnung in Hohenschönhausen einen U-Bahnwagen von 1928 originalgetreu nachgebaut. Seine Wohnung gleicht einem Museum. 


Obdachlose Menschen am Bahnhof Lichtenberg. Links Juri und Ananas mit Ratte "Snowboard" auf der Schulter. Nach zwei Jahren räumte der Bezirk das Camp und entfernte die Menschen aus dem Bahnhof. 


Die Künstler Mathias Roloff und Eitan Levin im Kupfersall der Stasi. Hier wurde früher Abhörtechnik hergestellt, heute wird hier Kunst gezeigt. 

Ein Straßenmusiker auf der Warschauer Brücke. 


Kreuzberger demonstrieren 2019 für den Erhalt eines Aldi-Marktes in der Markthalle 9. 


Die Obdachlose Sabrina am Kottbusser Tor. Das Lager unter der Brücke wurde geräumt. 


Künstler haben Puppen in Neukölln auf die Straße gesetzt um auf Gentrifizierung im Kiez aufmerksam zu machen. Danach lagerten sie im Hinterraum einer Bar, die bald schließen musste. 


August 2020: Eddie Argos von Art Brut und andere Musiker spielen ein Konzert in den Ruinen vom ehemaligen Haus der Statistik am Alexanderplatz. Das riesige Gebäude wird umgebaut. Teile davon stehen Anwohnern zur Zwischennutzung zur Verfügung. An zwei Tagen gab es eine Ausstellung über Livemusik, die während er Coronapandemie nicht stattfinden konnte und vergessen schien. Kurze Konzerte sollten dargeboten werden, doch Hotelgäste von gegenüber riefen die Polizei.


Eine Künstlergruppe hatte sich in der ehemaligen Post der DDR eingenistet und Ateliers aufgebaut. Bis 2018 konnten sie bleiben, dann wurde das gelbe Haus abgerissen und ein schwarzer Klotz gebaut, dort ist nun "Smava", eine Kreditagentur. In der Mitte ist Tim Renner zu sehen, der den Künstler damals seine Unterstützung zusicherte. 


Der Rentner Karl Raabe ist Marxist und lebt in der Karl-Marx-Allee. Zweimal am Tag ging er ums Haus und sammelte Müll auf. Doch Nachbarn störte das.